bilder: werner feiersinger  
  martin & werner feiersinger: italomodern 2
  Architektur in Oberitalien 1946 – 1976
   
ausstellung     23. Oktober 2015 bis 20. Februar 2016  
   

Als wir mit Martin und Werner Feiersinger 2011 die Ausstellung und gemeinsam mit Willi Schmid das Buch „Italomodern“ konzipierten, war für uns nicht absehbar, welche Anerkennung und internationale Resonanz dieses Projekt nach sich ziehen würde. Die erste Auflage war nach wenigen Wochen vergriffen und auch der Nachdruck verkaufte sich innerhalb kurzer Zeit. Rezensionen internationaler Tageszeitungen und vieler Fachmedien unterstützten diese Dynamik und machten gleichzeitig offensichtlich, dass Martin und Werner Feiersinger mit ihrer umfassenden Bestandsaufnahme der italienischen Architekturszene der Nachkriegszeit einen Nerv der Zeit getroffen hatten. Frei von ideologischen und formalen Zensuren boten sie einen Einblick in die Architekturentwicklung einer Epoche und einer Region und stellten dabei die große Bandbreite der unterschiedlichen Strömungen und ihrer zum Teil auch unbekannten Vertreter vor – von Neorealisten und Rationalisten über Brutalisten und Organikern bis zu architektonischen „Freaks“.

Der Erfolg und das große Interesse an „Italomodern“ bestärkten Martin und Werner Feiersinger darin, ihre Recherche- und Reisetätigkeit fortzusetzen und die Ergebnisse in der Ausstellung und der Publikation „Italomodern 2“ zu präsentieren. Im Unterschied zur „Erstausgabe“, die sich aus den jahrelang privat betriebenen Forschungen und den ohne Verwertungszweck auf den Reisen aufgenommenen Fotografien von Martin und Werner speiste, wurden die aktuelle Präsentation und das Buch in den vergangenen vier Jahren gezielt entwickelt. Lag der Schwerpunkt der Auswahl im ersten Projekt bei Bauten vor allem im urbanen Raum zwischen Turin und Triest, so wurde nun der Radius bis nach Südtirol und in die alpinen Regionen hinein erweitert. Die sehr unterschiedlichen topografischen und klimatischen Rahmenbedingungen, die verschiedenen baugeschichtlichen Kontexte und „Schulen“ sowie die heterogenen typologischen Ansätze der gezeigten Architekten und Architektinnen bauen einen Spannungsbogen auf, der durch die Fotografien unterstrichen wird, die die jeweilige Umgebung, Lichtsituation und Stimmung perfekt übersetzen.

Im subjektiven, der jeweils spezifischen Arbeits- und Sichtweise als Architekt bzw. als Bildhauer entsprechenden Blick wie in der ungewöhnlichen „Zusammenschau“ versuchen Martin und Werner Feiersinger die unterschiedlichen Qualitäten der einzelnen Gebäude sichtbar zu machen: ihre Vitalität und Energie, Atmosphäre, Leichtigkeit, Leidenschaft, Lebendigkeit, Utopie, Experiment, Maß­stäblichkeit, Mehrdeutigkeit und Vielschichtigkeit. Der Fokus liegt dabei auf Unikaten, auf experimentellen, wenn auch nicht unbedingt spektakulären Architekturen, die sie aufspüren und dokumentieren. Denn es ist nicht die zeitlose Moderne, die sie interessiert, vielmehr sind es Bauten, die klarer Ausdruck jener Phase des wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwungs sind, in der man – mitunter heute naiv anmutend – an die architektonische Gestaltbarkeit der Zukunft glaubte. Diese Offenheit, Visionen und architektonische Experimente Realität werden zu lassen, lässt „Italomodern 1 + 2“ heute zu einer Projektionsfläche aktuell empfundener Defizite und zu einem anregenden „Archiv“ für die eigene Entwurfsarbeit werden.

Zur Ausstellung erscheint bei Park Books die gleichnamige Publikation „!talomodern 2. Architektur in Oberitalien 1946–76“.


eine ausstellung mit projekten von
Franco Albini • Asnago & Vender • Giovanni Astengo • Carlo Aymonino • Luciano Baldessari • Bartoli & Bal­dassini • BBPR • Gino Becker • Gian­domenico Belotti • Aldo Bernardis • Dante Bini • Bucci & Trinci • Luigi Caccia Dominioni • Canella & Achilli • Mario Cavallè • Mario Cereghini • Luigi Carlo Daneri • Carlo De Carli • Giancarlo De Carlo • Edoardo Detti • Marco Dezzi Bardeschi • Angelo Di Castro • Figini & Pollini • Ga­betti & Isola • Mario Galvagni • Gambirasio & Zenoni • Ignazio Gar­della • Edoardo Gellner • Gregotti, Meneghetti, Stoppino • Gresleri & Varnier • Sergio Jontof Hutter • Jaretti & Luzi • Adalberto Libera • Antonio Macconi • Vico Magistretti • Angelo Mangiarotti • Giovanni Michelucci • Carlo Mollino • Filippo Monti • Riccardo ­Morandi • Bruno Morassutti • Carlo Moretti • ­Robaldo Morozzo della Rocca • Nicola Mosso • ­Saverio Muratori • Sergio Mus­meci • Pier Luigi Nervi • Ico Parisi • Giuseppe Pizzigoni • Ponti, Fornaroli, Rosselli • Paolo Portoghesi • Giorgio Raineri • Leonardo Ricci • Armando Ronca • Rossi, Agosto, Grassi, Tentori • Maurizio ­Sacripanti • Leonardo Savioli • Carlo Scarpa • Ettore Sottsass sen. • Ettore Sottsass jun. • Pierluigi Spadolini • Dino Tamburini • Giuseppe Vaccaro • Enzo Venturelli • Virgilio Vercelloni • Nanda Vigo • Villa & Zibetti Ribaldone • Enrico Villani • Marco Zanuso • Bruno Zevi


italomodern 1 im vai und italomoderne möbel im Wetscher Braukeller
Zeitgleich mit der Ausstellung Italomodern 2 im aut zeigt das vai Vorarlberger Architektur Institut in Dornbirn die neu konzipierte und auf die räumlichen Verhältnisse des vai adaptierte Ausstellung „Italomodern 1“. Außerdem präsentiert Wetscher in Zusammenarbeit mit Cassina eine Auswahl an Möbelentwürfen von einer Reihe jener Architekten, die in der Ausstellung im aut mit Bauten vertreten sind.


martin feiersinger
geb. 1961 in Brixlegg; lebt und arbeitet in Wien
1975 – 80 HTL für Hochbau, Innsbruck; 1981 – 86 Studium an der Hochschule für angewandte Kunst, Wien; 1987 – 89 Studium an der Rice University, Houston; seit 1989 eigenes Büro in Wien

Zahlreiche Bauten u. a. 1991 – 98 Europan 2, Städtische Wohnhausanlage Colerusgasse, Wien; 1991 – 93 Pavillon, Wiener Neustadt (gem. mit Werner Feiersinger); 1993 – 98 Kindertagesheim und Elternberatungsstelle Grosserweg, Wien; 2000 – 03 Haus Bogner, Brixlegg; 2002 – 05 Wohnungen und Bauernhof „Brizerhaus“, Ramsau; 2005 – 12 Blockhaus Monika Scheitnagl, Fügen; seit 2006 Wohnhausanlage Kudlichstraße, St. Pölten (3. Bauabschnitt im Bau); 2010 – 14 Haus Walter Bliem, Ramsau; 2013 – 14 Wagrambühne, Königsbrunn am Wagram (gem. mit Werner Feiersinger)


werner feiersinger
geb. 1966 in Brixlegg; lebt in Wien
1984 –  89 Studium an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien und 1991 – 93 an der Jan van Eyck Akademie in Maastricht; 1999 Gastdozent an der École nationale supérieure des beaux-arts de Lyon; 2002 – 06 Universitätslektor an der TU Wien; 2006 – 08 Gastprofessor an der Universität für angewandte Kunst, Wien

Zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen weltweit, zuletzt u.a. 2015 „AAA . Ein Kunstprojekt im öffentlichen Raum“, Zürich; „Schlaflos“, 21er Haus, Wien; „SECTOR 17“, Galerie Martin Janda, Wien; 2014 „Vorzeichen“, RLB Kunstbrücke, Innsbruck; „Die Gegenwart der Moderne“, mumok, Wien; „Artists Engaged? Maybe“, Fundacao Gulbenkian, Lissabon; 2013 „Passage“, O&O Depot, Berlin; „Rain, Steam and Speed“, Sommer & Kohl, Berlin; „Unter 10 – Wertvolles en miniature“, Wien Museum, Wien; 2012 „Expanded Field“, Galerie Bob van Orsouw, Zürich; „Die Sammlung #2“, 21er Haus, Wien; 2011 „In the first circle“, Fundació Antoni Tàpies, Barcelona; „Erschaute Bauten. Architektur im Spiegel zeitgenössischer Kunstfotografie“, MAK, Wien


publikation „italomodern 2. architektur in oberitalien 1946 – 1976“
Herausgeber: aut. architektur und tirol in Zusammenarbeit mit vai Vorarlberger Architektur Institut
Konzept: Martin Feiersinger, Werner Feiersinger, Arno Ritter
Fotografien: Werner Feiersinger, Martin Feiersinger
Grafische Gestaltung: Willi Schmid, Wien
Redaktionelle Mitarbeit: Michaela Zöschg, Christian Nikolaus Opitz
erscheint 2015 bei Park Books, 16,8 x 23,5 cm, 552 Seiten,
ISBN 978-3-906027-99-9
preis EUR 48,00

   

   
   
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