Architektur: David Chipperfield (2007-2010) BauherrIn: Signa Holding
Voraussichtlicher Fertigstellungstermin: 2010
Wo sich derzeit noch eine Großbaustelle befindet, wird in den nächsten Jahren das neue Kaufhaus Tyrol nach dem Entwurf von David Chipperfield entstehen. Kaum ein Bauvorhaben hat in den vergangenen Jahren in Innsbruck so hitzige Diskussion ausgelöst, wie die verschiedenen Projekte für diesen Neubau in der Innsbrucker „Prachtstraße“. Chipperfield wird nicht nur – wie ursprünglich vorgesehen – die Front entlang der Maria-Theresien-Straße gestalten, sondern den gesamten, bis zur Erlerstraße reichenden Kaufhauskomplex.
Architektur: columbosnext (2007-2008) BauherrIn: aut. architektur und tirol
öffentlich zugänglich: bis Mai 2010 rund um die Uhr
Erreichbarkeit: Über die Innbrücke nach St. Nikolaus, am Innufer entlang Richtung Osten.
Im Innsbrucker Walther-Park entstand im Auftrag von aut. architektur und tirol und im Rahmen der "Architekturtage 2008" eine 52 m lange, begehbare und vielfältig nutzbare Plattform. Das von der Gruppe columbosnext realisierte temporäre Bauwerk bleibt den ganzen Sommer über stehen und lädt dazu ein, ein Stück öffentlichen Raum in Besitz zu nehmen.
öffentlich zugänglich: Mo bis Do von 7.45-16 Uhr, Fr 7.45-15.00 Uhr (Banköffnungszeiten)
Im Hof des Bankgebäudes wurde das Landhaus 1 von Schlögl & Süß Architekten und Johann Obermoser um ein Verwaltungsgebäude und einen Festsaal erweitert.
Mit der Zentrale der Hypo Tirol Bank am Boznerplatz setzte eine weitere Regionalbank einen architektonischen Akzent in der Innenstadt. Der transparente, von vertikalen Lamellen umhüllte Baukörper nimmt die Höhe der umgebenden Bebauungen auf, folgt an der Ecke in einem leichten Schwung dem Straßenverlauf und entwickelt sich nach oben hin zu einem markant gestalteten Dachgeschoss mit einem verglasten Konferenzsaal.
öffentlich zugänglich: Mo bis Fr 7-18.30 Uhr, Sa 7-17 Uhr
TIPP: Café Baguette mit „thai 2 go“
Gegenüber von Hauptbahnhof und Busbahnhof entstand durch Umbau und Erweiterung einer alten Filiale eine dem Ort angemessene „städtische Ecke“ mit einem offenen, auf Straßenniveau liegenden Café-Restaurant. Prägendes gestalterisches Element dieser Adaptierung eines heterogenen, bis zur statischen Essenz freigelegten Bestands ist die grüne, gewellte Decke, die mit dem dunklen Boden kontrastiert.
Architektur: Rainer Köberl (2005-2007) BauherrIn: Brunhilde Fröschl, Dil Ghamal
öffentlich zugänglich: tgl. von 12-14.30 Uhr, 17.30-23 Uhr
Erreichbarkeit: im ersten Obergeschoss oberhalb der „Nordsee“
TIPP: Im Erker Sushi genießen
Ein ehemaliges Büro im ersten Stock eines denkmalgeschützten Hauses wurde in ein Speiselokal verwandelt, in dem die optische und akustische Teilhabe am Straßenraum zwanglos mit der atmosphärischen Konzentration auf die Produkte der Küche verschmilzt. Die maximale Öffnung der Fassade mit einem im öffentlichen Raum präsenten Erker verbinden die Straße mit dem Innenraum, der mit unterschiedlichen Holzarten und schwarzen Platten ausgekleidet ist.
Mit den vier Stationen und der Schrägseilbrücke entlang der neuen Hungerburgbahntrasse realisierte Zaha Hadid nach der Bergisel Sprungschanze ihr zweites Projekt in Innsbruck. Der formalen Grundidee von „Schale & Schatten“ folgend wölben sich organisch geformte Glas-Dachschalen über Sichtbetonlandschaften, spannen im Zusammenspiel den Raum der Stationen auf und inszenieren einer Dramaturgie der Bewegung folgend die jeweiligen Orte.
Architektur: Irmgard Frank (2006-2007) BauherrIn: BTV – Bank für Tirol und Vorarlberg
öffentlich zugänglich: Mo bis Sa 9-01 Uhr
TIPP: In der „Geislerei“ werden hausgemachte Köstlichkeiten verkauft.
Im Zuge des Neubaus des BTV Stadtforums wurde die denkmalgeschützte ehemalige Schule in der Gilmstraße in die Banknutzung integriert. Erdgeschoss und erster Stock wurden für eine Bar bzw. ein Restaurant adaptiert. Subtile Eingriffe an der Fassade öffnen das Lokal zum Stadtraum hin, im Inneren prägen Materialität, Farbklima und Licht die Raumatmosphäre.
TIPP: Spaziergang durch den Schlosspark hinauf zum Schloss Ambras.
Als kubischer Solitär mit prägnant und differenziert strukturierten Fassaden in Sichtbeton, Lärchenholz und Glas präsentiert sich der Erweiterungsbau der Volksschule Amras. Der in seiner Maßstäblichkeit an der kleinteiligen Struktur des Stadtteils orientierte Baukörper relativiert die Kubatur des Bestandsgebäudes und schafft im dörflich geprägten Stadtteil Amras ein neues Zentrum.
Architektur: Albert Weber, Kurt Rumplmayr (2005-2007) BauherrIn: Congress und Messe Innsbruck
öffentlich zugänglich: Café „TransBARent“ Mi bis So 13-20 Uhr (Sommer) bzw. 11-17 Uhr (Winter)
Erreichbarkeit: von Igls aus Richtung Patsch, Buslinie J
Das zur Gemeinde Innsbruck gehörige „Dorf“ Igls am Fuß des Patscherkofels ist eines der Naherholungsgebiete der Stadt. Mitten im Kurpark liegt das vom Congress Innsbruck gemanagte Kongresszentrum. Dem Konzept eines großen Gartenpavillons folgend setzten die Architekten keinen Baukörper im eigentlichen Sinn in den Park, sondern eine transparente Klimahülle unter einem rundum auskragenden Dach. Neben der Kongress-Infrastruktur gibt es ein öffentliches Café-Restaurant mit Terrasse.
In der Integrierten Landesleitstelle Tirol werden alle Notrufe Tirols zentral empfangen und die darauf folgenden Hilfseinsätze koordiniert – eine Funktion, deren Bedeutung die Bauform unterstreichen möchte. Vier Betonscheiben und ein Treppenhauskern tragen einen über eine beeindruckende Spannweite auskragenden, schwebenden Gebäuderiegel, der als Brücke den Einsatzfahrzeugen ungehinderte Passage zu den dahinter liegenden Garagen ermöglicht und einen gedeckten Außenbereich bietet.
Architektur: Heinz Tesar, obermoser arch-omo (2001-2006) BauherrIn: BTV – Bank für Tirol und Vorarlberg
öffentlich zugänglich: Mo bis Fr 7.45-16 Uhr (Banköffnungszeiten)
TIPP: FO.KU.S – Foto Kunst Stadtforum, Ausstellungen zu aktueller Fotografie und Kunst
Mitten in der Innenstadt ist das BTV Stadtforum die Verwaltungszentrale der Bank mit Büros, einem großzügigen Kundenzentrum und einem öffentlichen Veranstaltungssaal sowie einem Ausstellungsbereich für moderne Fotografie und Kunst. Die plastische Komposition reagiert auf die vorhandene Blockrandstruktur und mündet in eine turmartig in Szene gesetzte, markante Ecklösung. Kernstück im Inneren: die vertikal aufstrebende, monumentale Halle.
TIPP: Freitags Abendfahrten auf die Seegrube von 18-23.30 Uhr
Die in den 1920er Jahren von Franz Baumann errichteten Stationen der Nordkettenbahn zählen zu den bedeutenden, aus dieser Zeit erhaltenen Bauwerken der Moderne in Tirol. Im Zuge der Modernisierung der Bahn war eine funktionelle und räumliche Adaption der Stationen unumgänglich. Sämtliche transformatorischen Eingriffe folgten dabei dem Grundkonzept, Ergänzungen bewusst als solche zu zeigen und den Altbestand in den wesentlichen Teilen konsequent auf den Ursprungszustand rückzubauen.
öffentlich zugänglich: Mo bis Fr 9-18 Uhr, Sa 10-13 Uhr (Geschäftsöffnungszeiten)
Für ein Optikunternehmen wurden Portal und Geschäftsräumlichkeiten eines denkmalgeschützten Gebäudes adaptiert. Der lang gestreckte Hauptraum mit barockem Gewölbe wurde weitgehend auf den originalen Zustand rückgebaut. Ein mit rotem Wollfilzteppich tapeziertes Raummöbel und ein mit grünem Kautschuk überzogenes Verkaufs- und Werkstattpult stehen frei im Raum und kontrastieren mit dem historischen Mauerwerk.
Das aus einem Europan-Wettbewerb hervorgegangene Stadtteilzentrum im „Olympischen Dorf“ gilt als Musterbeispiel einer Nachverdichtung, die neue Inhalte und Bedeutungen in ein bestehendes Viertel einführt. Ein abgewinkelter Baukörper mit Geschäftsflächen und öffentlichen Einrichtungen und ein 16-stöckiger Wohnturm umfassen den locker möblierten Platz und bieten in ihrer Nutzungsvielfalt eine vitale Plattform für alltägliches Leben in diesem Stadtteil.
Architektur: fpa frank und probst architekten, Walter Schwetz Architekt (2002-2005) BauherrIn: L2 Errichtungs- und VermietungsgesmbH
öffentlich zugänglich: teilweise
TIPP: Café-Restaurant Landhaus 2 mit Terrasse
Der Abbruch der Werkstätten hinter dem Verwaltungsbau der Innsbrucker Kommunalbetriebe eröffnete dem Land Tirol die Möglichkeit, vorher verstreute Dienststellen zentral zusammenzufassen. Gleichzeitig wurden neue öffentliche Raum- und Wegverbindungen am Übergang vom Südrand der Innenstadt in den Stadtteil Wilten geschaffen. Die Bürogeschosse gruppieren sich um drei bepflanzte, glasgedeckte Innenhöfe, ein Atrium als Haupteingang und zwei passagenartige Eingänge erschließen den Gebäudekomplex.
Architektur: Thomas Schnizer, Gerald Prenner (2002-2005) BauherrIn: BIG
Der Park ist öffentlich zugänglich, an ihn grenzen auch die Alte Universität und das Jesuitenkolleg.
Mitten im Stadtzentrum befindet sich mit dem ehemaligen botanischen Garten ein parkartiges Areal mit altem Baumbestand. Indem der durchlässige Baukörper der "Volksschule Innere Stadt" entlang der Angerzellgasse angeordnet wurde und die – vom angrenzenden Gymnasium mitgenutzten – drei Turnhallen unter die Erde verlegt wurden, konnte der Park als gemeinsamer ruhiger Grünraum erhalten werden.
Architektur: Johannes Wiesflecker (2005) BauherrIn: Tiroler Sparkasse
In der Passage zur Maria-Theresien-Straße befindet sich eine Lichtinstallation des Künstlers Peter Sandbichler.
Der ehemals von einem Pavillon und einem Brunnen besetzte Platz wurde mit wenigen gestalterischen Eingriffen als urbane Fläche freigespielt und mit technisch flexiblem Equipment und einem beweglichen Schutzdach als Veranstaltungsort nutzbar gemacht. Städtebaulich orientiert sich der neue Platz nicht mehr an der Maria-Theresien-Straße, sondern versteht sich als Teil der fußläufigen Querachse zwischen Bahnhof und Rathaus.
Architektur: Johannes Wiesflecker (2005) BauherrIn: Tiroler Sparkasse
öffentlich zugänglich: teilweise (wohn2Center im Erdgeschoss)
Mit dem Bürohaus in der nordwestlichen Ecke des Sparkassenplatzes realisierte Johannes Wiesflecker ein weiteres Gebäude für die am Platz liegende Zentrale der Innsbrucker Sparkasse. Die Fassade des angrenzenden Bestandbaus wurde im Zusammenhang mit der Neugestaltung des Sparkassenplatzes vom Landschaftsarchitekten Rainer Schmidt als "grüne Wand" gestaltet.
Zwischen Bahnhof und Hotel die ÖBB-Betriebsführungszentrale „Office Terminal Innsbruck“, geplant von Riegler & Riewe und Manzl, Ritsch, Sandner.
An der südlichen Ecke des Südtiroler Platzes befindet sich der Innsbrucker Busbahnhof. Indem der in seinen Proportionen als Pendant zur versunkenen Lichthülle des Bahnhofs formulierte Baukörper des "Hotel am Bahnhof" vom Boden abgehoben ist, konnte ein gedeckter Bereich für den Busterminal geschaffen werden.
Architektur: Rainer Köberl, Giner + Wucherer (2000-2004) BauherrIn: Stadt Innsbruck
Das Sudhaus der ehemaligen Brauerei „Adambräu“ – ein zeichenhafter Industriebau der klassischen Moderne von Lois Welzenbacher – wurde nach der Einstellung des Betriebes unter Denkmalschutz gestellt. Mit sensiblen, fast unsichtbaren Eingriffen wurde das funktionalistische Gebäude in eine pulsierende „Architekturvermittlungs-Maschine“ transformiert. In den unteren Geschossen bietet aut. architektur und tirol laufend Ausstellungen und Veranstaltungen zu zeitgenössischer Architektur, in den Obergeschossen ist das Archiv für Baukunst der Universität Innsbruck untergebracht.
öffentlich zugänglich: Mo bis Fr 9-18.30 Uhr, Sa 9-17 Uhr
TIPP: Der über die Maria-Theresien-Straße ragende Holzbalkon ist vom Geschäft aus frei zugänglich.
Der kubische, von einer transluzenten Außenhaut umgebende Baukörper des Sportfachgeschäfts löste in seiner Andersartigkeit kontroverse Diskussionen aus. Unmittelbar neben dem barocken Taxispalais, gegenüber der Servitenkirche und an den Landhausplatz angrenzend präsentiert sich selbstbewusst ein Bauwerk des 21. Jahrhunderts, das städtebaulich sensibel auf die umgebende Situation reagiert.
öffentlich zugänglich: Passage im Erdgeschoss: So bis Do 7-24 Uhr, Fr bis Sa, 7-02 Uhr
Ordination Grubwieser im 2. Stock (Architektur: Rainer Köberl)
Direkt im Anschluss an die Rathausgalerien wurde in der Anichstraße ein, ebenfalls von Perrault geplantes, privates Wohn- und Bürohaus errichtet, das gleichzeitig mit einer Passage im Erdgeschoss als südlicher Rathauszugang fungiert. Der dunkel gestreifte Turm mit einem fast zwanzig Meter hohen, goldenen Metallvorhang präsentiert sich als markantes Portal zu den Rathausgalerien, das in der Maria-Theresien-Straße aus denkmalplegerischen Gründen nicht verwirklicht werden konnte.
öffentlich zugänglich: Mo bis Sa 8-20 Uhr, So 10-20 Uhr
In einem denkmalgeschützten Haus aus dem 15. Jahrhundert befindet sich mit dem „MANNA“ ein Kaffeehaus mit einer großstädtischen Atmosphäre. Eine komplexe Raumfolge erschließt den schmalen, teilweise zweigeschossigen Gastraum, dessen Materialisierung – viel Eichenholz und schwarzes Glas – mit der denkmalgeschützten Substanz kontrastiert.
Architektur: Rainer Köberl (2004) BauherrIn: Markus Hatzer, Thomas Wiederin
öffentlich zugänglich: Mo bis Fr 9.30-18 Uhr, Sa 9.30-17 Uhr
TIPP: Am Abend finden regelmäßig Lesungen und Buchpräsentationen statt.
Ganz in schwarz präsentiert sich die von Rainer Köberl gestaltete Buchhandlung am Innsbrucker Sparkassenplatz. Zwei große Schaufenster leiten den Blick ins Innere und bieten vor und hinter der Glasebene Präsentationsflächen für Bücher. Boden, Decke, Wände und Mobiliar sind in schwarz gehalten, dem Verkaufsartikel Buch wird damit die Hauptrolle überlassen.
öffentlich zugänglich: während der Geschäftsöffnungszeiten
In einem heterogenen architektonischen Bestand bietet das Brillengeschäft Isser einen optischen Ruhepol. Beinahe ungehindert fällt der Blick des Vorbeigehenden in den Schau- und Verkaufsraum, der in seiner puristischen Ästhetik die Aufmerksamkeit auf die zur Schau gestellte Ware richtet.
Die beiden Fresken von Max Weiler (1954/55) wurden von der alten in die neue Bahnhofshalle transferiert.
Eine lang gestreckte rote Hülle umgibt den Innsbrucker Hauptbahnhof, dessen Hauptniveau abgesenkt und direkt an eine Tiefgarage angebunden ist. In die große, offene Halle mit umlaufender Galerie sind das Reisezentrum der ÖBB sowie Shops und Gastronomien integriert. Die perforierte Betonstruktur umfasst alle Funktionen und bietet gefilterte Durchblicke von den Bahnsteigen zur Stadt.
Architektur: Riegler Riewe Architekten (2004) BauherrIn: ÖBB Infrastruktur Bau AG, Stadt Innsbruck
Zeitgleich mit dem Neubau des Innsbrucker Hauptbahnhofs wurde der vorgelagerte Südtiroler Platz neu gestaltet. Getrennte Spuren für den öffentlichen und privaten Verkehr und eine direkt an den Bahnhof angebundene Tiefgarage schaffen die notwendige Verkehrsentflechtung. Durch die rote Farbgebung des Asphalts wird der Platz optisch mit dem Bahnhofsgebäude in Beziehung gesetzt.
Architektur: Rainer Köberl, Michael Steinlechner (2002-2004) BauherrIn: MPREIS
öffentlich zugänglich: tägl. 6-21 Uhr
Erreichbarkeit: im Untergeschoss des Hauptbahnhofs
Für die Lebensmittelmarktkette MPREIS, deren architektonisch prägnante Märkte stets individuell auf den jeweiligen Kontext abgestimmt sind, entstand im tageslichtlosen Untergeschoß der Bahnhofshalle eine „glitzernde Höhle“. In der mit schwarzen Glasplatten verkleideten Decke spiegeln sich die im Licht inszenierten Regale und Menschen. Der Verkaufsraum wird zu einem Warentheater, das sich einer eindeutigen Raumbegrenzung entzieht.
Architektur: Hanno Vogl-Fernheim (2003-2004) BauherrIn: BTV – Bank für Tirol und Vorarlberg
öffentlich zugänglich: während der Banköffnungszeiten
Erreichbarkeit: am östlichen Stadtrand von Innsbruck, Buslinie O
Von einem gelochten Schleier aus Bronze-Streckmetall umhüllt schwebt der im Vergleich zur Nachbarschaft kleine Baukörper der Bankfiliale wie ein Pavillon über den tiefer gelegten Kundenparkplätzen. Mit den vorgelagerten Freiflächen und dem Drive-in-Bankomat lässt diese „Bank-Schatulle“ neue Qualitäten im semi-urbanen Kontext entstehen.
Der Platzraum vor dem Landestheater wurde von Wich Architekten und terra.nova.landschaftsarchitekten gestaltet.
Nachdem im Tiroler Landestheater lange Jahre Raumbedarf herrschte, wurden die Probe- und Technikräume in einen Anbau ausgelagert. Die vielfältigen Funktionen des Gebäudes sind als Addition unterschiedlicher Raumgefüge nach außen ablesbar, das Konzept der Stapelung verschiedener Anbaueinheiten ist offen für zukünftige Erweiterungen.
Architektur: Zaha M. Hadid (1998-2002) BauherrIn: Austria Ski Veranstaltungs GesmbH
TIPP: Aussichtsplattform und Restaurant „Café im Turm“
Mit der Sprungschanze auf dem Bergisel erhielt das Stadtbild von Innsbruck eine weithin sichtbare „landmark“. Die verschiedenen funktionalen Elemente der Schanze wurden von Hadid zu einer bewegten Skulptur verschmolzen, einer eleganten und zeichenhaften Figur, die als technisch und formal präzis gestaltetes Sportgerät die Dynamik des Skispringens symbolisiert.
öffentlich zugänglich: So bis Do 7-24 Uhr, Fr bis Sa, 7-02 Uhr (Mall)
TIPP: Mit dem Aufzug hinauf in den Campanile – Café 360° und Restaurant Lichtblick – oder im „the 5th floor“ des Hotels „The Penz“ die Aussicht genießen.
Die Neugestaltung des Rathausareals verbindet die heterogenen Funktionen von Stadtverwaltung und Politik, Einkaufszentrum, Gastronomie und Hotellerie. Gestaffelte Bauhöhen, glasgedeckte Ladenpassagen und ein zentraler „Campanile“ zeichnen die symbolkräftige und doch unpathetische Lösung aus, die mit fließenden Übergängen von Außen nach Innen eine Vernetzung mit dem Stadtraum schafft und die vorhandene Altsubstanz integriert.
Erreichbarkeit: Aufzug zentral in der Rathausgalerie, 6. Stock
Die von Dominique Perrault im Zug des neuen Rathausareals geplante Bar „360°“ ist ein öffentlicher Raum über den Dächern der Stadt. Rundum verglast reicht die Aussicht von den umliegenden Dächern und Kuppeln über alte und neue Türme bis zu den Berggipfeln und bietet sich als Aufenthaltsort jenseits des Stadtalltags an.
Architektur: Helmut Seelos, Martin Maximilian Weiskopf (2001-2002) BauherrIn: Eberhard Golser
öffentlich zugänglich: Di bis Sa 16-02 Uhr
TIPP: Lokal mit guter Küche, das im Tagesverlauf vom Café zum Restaurant und schließlich zur Bar mutiert.
Ein weiteres Beispiel für modernes Design in alter Bausubstanz ist das kleine Lokal im Erdgeschoss eines gründzeitlichen Stadthauses am Adolf-Pichler-Platz. Bedingt durch die beschränkten statischen Möglichkeiten wurde die räumliche Situation mittels gezielter Eingriffe geklärt. Im vorderen Teil bietet eine zum Platz orientierte Bar Blick auf den Rathauskomplex, ein schmaler Gastraum mit langer Sitzbank führt weiter zur Terrasse im Innenhof.
Architektur: Paul Katzberger, Karin Bily, Michael Loudon (1997-2001) BauherrIn: TILAK
öffentlich zugänglich: teilweise (Innenhof)
Am westlichen Rand der Innenstadt erstreckt sich das weitläufige Areal der Innsbrucker Klinik: eine Stadt in der Stadt. Anstelle der ehemaligen Frauen- und Augenklinik entstand mit dem Medizinzentrum Anichstraße ein sechsgeschossiger Komplex, der das heterogene Umfeld räumlich klärt. Um zwei Binnenhöfe angeordnet und in übersichtliche Einheiten gegliedert vermittelt das Gebäude ein räumlich wie atmosphärisch beruhigendes, hotelartiges Ambiente.
Architektur: Hanno Vogl-Fernheim (2000-2001) BauherrIn: Helga Dengg
öffentlich zugänglich: Mo bis Fr 8-01 Uhr, Sa 16-01 Uhr
Die Zusammenlegung eines traditionellen Gasthauses in der Altstadt mit einem Café und einer Trafik im Nachbarhaus war Ausgangspunkt für eine tiefgreifendere Erneuerung. Eine nach außen als Blickfang wirkende Bar verbindet die ursprünglich getrennten Hausbereiche, die Altsubstanz wurde in eine offene Raumfolge transformiert und die Bereiche Bar, Café und Restaurant durch Materialwechsel und Höhendifferenz unterschieden.
Architektur: UNStudio (1998-2000) BauherrIn: Innsbrucker Kommunalbetriebe AG
öffentlich zugänglich: nein
Neben dem Umspannwerk steht Innsbrucks erstes Hochhaus, 1926/27 von Lois Welzenbacher geplant.
Mit dem Umspannwerk Mitte realisierte das UN Studio aus Amsterdam (Ben van Berkel und Caroline Bos) sein internationales Erstlingswerk. Das skulptural-gekurvte Gebäude ist rundum von einer Außenhaut aus schwarzem Basalt überzogen, der Umraum aus schwarz eingefärbtem Beton gestaltet. Im öffentlich nicht zugänglichen Inneren befindet sich mit Transformatoren und Schaltzentralen eines der infrastrukturellen Herzen der Stadt.
Architektur: Giner + Wucherer (2000) BauherrIn: Giovanni Guiseppe Conte
öffentlich zugänglich: Solo Pasta: Di bis Sa 10-01 Uhr
Solo Vino: Di bis Sa 11-01 Uhr
Auf dem SOWI-Areal entstanden kurz hintereinander das Restaurant „Solo Pasta“ und die Weinbar „Solo Vino 1 + 2“. Ein minimalistisches und zeitloses Interieur in sensibel abgestimmter Materialsprache prägt alle drei, räumlich miteinander verbundenen Lokale. Nach einem Besitzerwechsel wurde das Lokal teilweise verändert und umgebaut.
Architektur: Baumschlager Eberle, Gerhard Zweier (1997-2000) BauherrIn: Neue Heimat Tirol
Erreichbarkeit: am westlichen Ende des Franz-Baumann-Wegs, Buslinie O
Kunst am Bau: Heinz Gappmayr, Peter Kogler, Eva Schlegl, Elisabeth Hölzl, Heimo Zobernig
Die Wohnanlage „Lohbach“ bildet im Westen der Stadt den Abschluss des Siedlungsgebietes zu landwirtschaftlich genutzten Flächen. Mit 300 Wohnungen realisierte die „Neue Heimat Tirol“ die damals größte Niedrigenergie-Wohnanlage Österreichs. Die Vorarlberger Architekten Carlo Baumschlager und Dietmar Eberle ordneten die 6 kompakten Punkthäuser schachbrettartig versetzt zueinander an, womit trotz der Dichte vielfältige Durchblicke und Ausblicke in die Umgebung geschaffen werden.
40Dolmetsch-Institut und Mensa der Universität Innsbruck
Herzog-Siegmund-Ufer 15 6020 Innsbruck
Architektur: Josef Lackner (2000) BauherrIn: Universität Innsbruck
öffentlich zugänglich: teilweise
Dem im Süden angrenzenden Gebäude verlieh Lackner mit dem aufgesetzten „Kopf“ des Brenner-Archivs (1995-96) eine inhaltlich und formal neue Identität.
Um den Mensabetrieb sowenig wie möglich zu beeinträchtigen und die zur Verfügung stehende Fläche maximal zu nutzen, überbaut Lackner die bestehende Mensa brückenartig. Orange lackierte, verglaste Stahlfachträger überspannen den Altbau, der im Zuge der Aufstockung neu gestaltet wurde. Mit dem abgetreppten Aufbau für Seminarräume, Lesesaal und Bibliothek des Dolmetsch-Instituts verwandelte Lackner das Mensagebäude in einen attraktiven „Balkon der Stadt“.
41SOWI – Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Innsbruck
Universitätsstrasse 15 6020 Innsbruck
Architektur: henke und schreieck Architekten (1994-1999) BauherrIn: BIG
Das benachbarte MCI stammt ebenfalls von Henke und Schreieck.
Mit dem Komplex der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät wurde ein wichtiges Gelenk zwischen der Altstadt und den historischen Parkanlagen des Hofgartens geschaffen - eine stadtstrukturelle und architektonische Leistung, die europaweit Anerkennung fand. An Stelle der massiven Kaserne, die vorher den Platz besetzte und den Straßenraum hermetisch abschottete, entstand nach dem Konzept einer „offenen Universität“ ein lebendiger Raum im Herzen der Stadt.
Architektur: Hanno Schlögl (1997-1999) BauherrIn: Land Tirol
öffentlich zugänglich: Di bis So 11-18 Uhr, Do 11-20 Uhr
TIPP: Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst auf international beachtetem Niveau.
Das um 1690 von J. M. Gumpp d. Ä. errichtete Palais Taxis beherbergt seit den 1960er Jahren die Landesgalerie für zeitgenössische Kunst. Als Erweiterung wurde in den Hof des barocken Palais eine neue Halle eingegraben, in deren Glasdecke sich das historische Ambiente wie auf einer Wasserfläche spiegelt. Das Wechselspiel von historischer Substanz und zeitgemäßer Intervention zieht sich durch das gesamte Projekt und schafft einen architektonisch attraktiven Ort für die Kunst.
Architektur: Kurt Rumplmayr (1997-1999) BauherrIn: Otto-Preminger-Institut
öffentlich zugänglich: Barbetrieb So bis Do 18-23 Uhr, Fr + Sa 18-01 Uhr
Der in den 1950er Jahren von Hubert Prachensky geschaffene Kinosaal des „Leokinos“ wurde als Standort für ein Programmkino behutsam adaptiert. Ein neuer, steiler geneigter Kinosaal verbesserte die Sichtverhältnisse und schuf Raum für einen zweiten, quer darunter liegenden kleineren Saal. Die Bar im Foyer fungiert auch über den Kinobetrieb hinaus als Kommunikationsort.
Architektur: Johannes Wiesflecker (1997-1999) BauherrIn: Tiroler Sparkasse
öffentlich zugänglich: Mo bis Do 7.45-16 Uhr, Fr 7.45-15 Uhr (Banköffnungszeiten)
Die Zentrale der Innsbrucker Sparkasse verteilt sich auf mehrere Gebäude entlang der Erlerstraße und des Sparkassenplatzes. Mit einer neuen, zum Platz ausgerichteten Schalterhalle begann 1994 die Umstrukturierung des Areals. Der Haupteingang wurde auf die Platzseite verlegt, der Innenraum zu einer „Dialogbank“ mit Service-Inseln umgestaltet.
Architektur: Dietrich | Untertrifaller (1995-1996) BauherrIn: Roland Eberl GmbH
öffentlich zugänglich: Mo bis Fr 8-02 Uhr, Sa 9-00 Uhr
derzeit geschlossen
Die von den Vorarlberger Architekten Helmut Dietrich und Much Untertrifaller konzipierte „Greil-Bar“ stand am Anfang einer Reihe kleinerer Lokale, die modernes, städtisches Flair in die Innsbrucker Innenstadt brachten. Außen und Innen zurückhaltend und schlicht gestaltet gilt die Bar als Beispiel gekonnter Gastronomiearchitektur, wofür sie auch mit dem Österreichischen Staatspreis 1998 für Tourismusarchitektur ausgezeichnet wurde.
Architektur: Josef Lackner (1990-1992) BauherrIn: Neue Heimat Tirol
Im Zuge der Südtiroler Umsiedlung wurden in Innsbruck ca. 1.200 Wohnungen errichtet, u. a. der „Ahornhof“ und der „Lindenhof“ (Richard Dagostin, 1940) auf der gegenüberliegenden Straßenseite.
In Nachbarschaft zu den Wohnbauten der „Südtiroler Siedlung“ aus den 1940er Jahren realisierte Lackner einen sozialen Wohnbau. Die langgestreckte Baumasse hob er an den vier Eingangsbereichen wellenförmig hoch und versetzte die Wohngeschosse um einen halben Stiegenlauf zueinander. Charakteristisches Element sind die großen Erker, deren rhythmische Anordnung sich aus den dahinter liegenden unterschiedlichen Wohnungstypen ergab.
Architektur: Johann Obermoser (1985-1991) BauherrIn: Domgalerie Bau-ProjektgmbH
Mit einem Bürohaus in sachlicher Modernität wurde eine vom Krieg geschlagene Baulücke am Rand der Altstadt geschlossen. Ohne äußerliche, stilistische Anpassung reagiert der Bau sehr wohl in Volumen, Material und Details auf das historische Umfeld. Die betont mauerartige Stirnseite vervollständigt die "Außenwand" der Altstadt, das benachbarte, neobarocke Palais wird durch einen Innenhof freigespielt, ein altes Hinterhaus revitalisiert und räumlich in das Bürohaus integriert.
öffentlich zugänglich: Mo bis Sa 10-1 Uhr, So 16-1 Uhr (Café/Gastronomiebetrieb)
TIPP: Konzerte, Theater, Kabarett, tlw. bei freiem Eintritt
Das Mitte der 1980er Jahre in die historische Stadtstruktur gesetzte Kulturzentrum, ein dunkles Oktogon aus Leccahohlblocksteinen, signalisierte Widerstand und Eigensinn des jungen und streitlustigen Veranstalters. Inzwischen ist das - 2001 von Reinhardt Honold erweiterte - Bauwerk ebenso wie die dort veranstaltete Kultur zu einem fixen Bestandteil der Stadt geworden.
Architektur: Josef Lackner (1971-1980) BauherrIn: Konvent der Ursulinen
Das angrenzende Kloster und Internat der Ursulinen stammt ebenfalls von Josef Lackner (1971-79)
Die in den 1970er Jahren errichtete Ursulinenschule ist in ihrer räumlichen und konstruktiven Haltung eine in Österreich einmalige Konzeption im Schulbau. Das Gymnasium ist vertikal geschichtet, die jeweils zweiseitig belichteten Klassenräume liegen im Obergeschoss, der Sport- und Freizeitbereich als offener Großraum im Erd- und Untergeschoss. Das konstruktive Konzept von geschosshohen Stahlfachträgern mit Diagonalverstrebungen prägt die äußere Erscheinung genauso wie die inneren Raumfolgen, die sich durch Großzügigkeit und vielfältige optische Bezüge auszeichnen.
Architektur: Josef Lackner (1972) BauherrIn: Pfarre St. Norbert
Kunst am Bau: Anton Tiefenthaler
Um alle Raumwünsche zu erfüllen und in der Flächenausdehnung und im Volumen den Maßstab der gebauten Umgebung nicht zu sprengen, konzipierte Lackner das Pfarrzentrum St. Norbert zweigeschossig und hob den Liturgiefeierraum ins erste Obergeschoss. Über den als „Haus unter Häusern“ entwickelten Sockelbaukörper stülpte er eine Wand- und Deckenhülle als konstruktiv und formal unabhängiges Element.
Architektur: Josef Lackner (1969) BauherrIn: Paul Flora
Mit dem kleinen, in einem Privatgarten errichteten Hallenbad formulierte Lackner diese Bauaufgabe in jeder Hinsicht neu. Der kleine, frei geformte Raum ist rundum geschlossen und wird von oben über sieben Plexiglaskuppeln belichtet. Der „unübersehbare“ Innenraum und die Lichtspiele auf dem Wasser machen das Schwimmen zu einem sinnlichen Vergnügen.
Architektur: Josef Lackner (1960) BauherrIn: Pfarre St. Pius X.
Erreichbarkeit: an der Schützenstraße
Kunst am Bau: Hans Ladner
In unmittelbarer Nähe die BTV-Filiale von Hanno Vogl-Fernheim (2004)
Als erste größere Arbeit errichtete Lackner im „Olympischen Dorf“ eine Kirche, die aufgrund ihrer Andersartigkeit in Materialisierung (Sichtbeton, Granitpflasterböden) und Raumkonzept der damaligen Zeit weit voraus war. Der als quadratischer Zentralraum ausgebildete Versammlungsraum ist erhöht und von einer Brüstungsmauer umgeben. Rund um diese in sich geschlossene "Raumschachtel" läuft ein abgesenkter Kreuzweg-Gang, der sich in Glasflächen zum Alltag hin öffnet.