| architek[tour] tirol – der architekturführer für tirol | D | E |
Josef Lackner (1931–2001) gilt als einer der einflussreichsten Tiroler Architekten der Nachkriegszeit. Seine Projekte, die heute im internationalen Kontext mit wachsendem Interesse wahrgenommen werden, bestechen jenseits von Moden und Trends durch ihre konzeptionelle Stringenz und strukturelle Qualität. Sie sind Statements zum Thema Architektur, grundsätzliche Aussagen zur gestellten Bauaufgabe und Raum gewordene Haltungen. |
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| 01 Pfarrkirche St. Pius | |||||
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Spingeser Straße 14 6020 Innsbruck Architektur: Josef Lackner (1960) BauherrIn: Pfarre St. Pius X. öffentlich zugänglich: auf Anfrage Erreichbarkeit: an der Schützenstraße Kunst am Bau: Hans Ladner In unmittelbarer Nähe die BTV-Filiale von Hanno Vogl-Fernheim (2004) | Als erste größere Arbeit errichtete Lackner im „Olympischen Dorf“ eine Kirche, die aufgrund ihrer Andersartigkeit in Materialisierung (Sichtbeton, Granitpflasterböden) und Raumkonzept der damaligen Zeit weit voraus war. Der als quadratischer Zentralraum ausgebildete Versammlungsraum ist erhöht und von einer Brüstungsmauer umgeben. Rund um diese in sich geschlossene "Raumschachtel" läuft ein abgesenkter Kreuzweg-Gang, der sich in Glasflächen zum Alltag hin öffnet. |
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| 02 Pfarrkirche St. Emmaus, Völs | |||||
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6176 Völs Architektur: Josef Lackner (1967) BauherrIn: Diözese Innsbruck Kunst am Bau: Josef Mikl Die Wirkung der Kirche in der Landschaft ist heute durch Verbauungen beeinträchtigt. | Das markante Grabendach prägt als einprägsame, gestische Form die weiße Pfarrkirche in Völs und vermittelt nach außen die Besonderheit der Bauaufgabe. Zugleich trägt das Dach eine eingehängte Holzdecke, die im Inneren einen in sich gekehrten Andachtsraum schafft. Die konsequente Lichtführung nach oben und eine auf zwei Materialien reduzierte Inneneinrichtung unterstützen die Raumwirkung. |
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| 03 Grottenbad Flora | |||||
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Gramartstraße 2 6020 Innsbruck Architektur: Josef Lackner (1969) BauherrIn: Paul Flora öffentlich zugänglich: nein | Mit dem kleinen, in einem Privatgarten errichteten Hallenbad formulierte Lackner diese Bauaufgabe in jeder Hinsicht neu. Der kleine, frei geformte Raum ist rundum geschlossen und wird von oben über sieben Plexiglaskuppeln belichtet. Der „unübersehbare“ Innenraum und die Lichtspiele auf dem Wasser machen das Schwimmen zu einem sinnlichen Vergnügen. |
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| 04 Pfarrzentrum St. Norbert | |||||
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Köldererstraße 6 6020 Innsbruck Architektur: Josef Lackner (1972) BauherrIn: Pfarre St. Norbert öffentlich zugänglich: teilweise Kunst am Bau: Anton Tiefenthaler | Um alle Raumwünsche zu erfüllen und in der Flächenausdehnung und im Volumen den Maßstab der gebauten Umgebung nicht zu sprengen, konzipierte Lackner das Pfarrzentrum St. Norbert zweigeschossig und hob den Liturgiefeierraum ins erste Obergeschoss. Über den als „Haus unter Häusern“ entwickelten Sockelbaukörper stülpte er eine Wand- und Deckenhülle als konstruktiv und formal unabhängiges Element. |
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| 05 Haus Maier | |||||
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Schießstand 6 6401 Hatting Architektur: Josef Lackner (1976-1977) BauherrIn: Josef Maier Im Süden errichtete Lackner ein Atelier und Lager für den Bauherrn, das auch als „Schutzdamm“ gegen Muren und Lawinen dient. | Mit der Idee, eine Holzkonstruktion radial auf einem Betonpfahl aufzuhängen, konnte Lackner den Wunsch des Bauherrn nach einem möglichst ökonomischen Holzhaus erfüllen. Die Pilzform ist aus den konstruktiven Gegebenheiten und den räumlichen Anforderungen entwickelt. Durch die Materialwahl fügt sich die autonome, keinen vertrauten Typologien entsprechende Form in die Umgebung ein. |
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| 06 Ursulinenschule | |||||
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Fürstenweg 86 6020 Innsbruck Architektur: Josef Lackner (1971-1980) BauherrIn: Konvent der Ursulinen Das angrenzende Kloster und Internat der Ursulinen stammt ebenfalls von Josef Lackner (1971-79) | Die in den 1970er Jahren errichtete Ursulinenschule ist in ihrer räumlichen und konstruktiven Haltung eine in Österreich einmalige Konzeption im Schulbau. Das Gymnasium ist vertikal geschichtet, die jeweils zweiseitig belichteten Klassenräume liegen im Obergeschoss, der Sport- und Freizeitbereich als offener Großraum im Erd- und Untergeschoss. Das konstruktive Konzept von geschosshohen Stahlfachträgern mit Diagonalverstrebungen prägt die äußere Erscheinung genauso wie die inneren Raumfolgen, die sich durch Großzügigkeit und vielfältige optische Bezüge auszeichnen. |
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| 07 Lichtlabor Bartenbach | |||||
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Rinner Straße 14 6071 Aldrans Architektur: Josef Lackner (1986-1988) BauherrIn: Bartenbach LichtLabor GmbH öffentlich zugänglich: auf Anfrage Erreichbarkeit: an der Straße von Aldrans nach Rinn Daneben errichtete Volker Giencke die Lichtakademie Bartenbach (2003) | Für das innovative Lichtplanungsunternehmen setzte Lackner einen Baukörper in den Landschaftsraum, der aus dem Zusammenspiel von Funktion und Gelände entwickelt ist. Auf den Niveauunterschied zwischen Straße und Grundstück reagierte er mit einem in der Hangstufe liegenden Labor- und Messtrakt und einem auf mittlerer Höhe erschlossenen zylindrischen Kopfbau. Vom Eingang führt jeweils eine „Bürospirale“ mit höhenversetzten, maximal belichteten Arbeitsplätzen zwei Geschosse nach oben bzw. nach unten. |
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| 08 Wohnanlage Amthorstraße | |||||
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Amthorstraße 51-57 6020 Innsbruck Architektur: Josef Lackner (1990-1992) BauherrIn: Neue Heimat Tirol Im Zuge der Südtiroler Umsiedlung wurden in Innsbruck ca. 1.200 Wohnungen errichtet, u. a. der „Ahornhof“ und der „Lindenhof“ (Richard Dagostin, 1940) auf der gegenüberliegenden Straßenseite. | In Nachbarschaft zu den Wohnbauten der „Südtiroler Siedlung“ aus den 1940er Jahren realisierte Lackner einen sozialen Wohnbau. Die langgestreckte Baumasse hob er an den vier Eingangsbereichen wellenförmig hoch und versetzte die Wohngeschosse um einen halben Stiegenlauf zueinander. Charakteristisches Element sind die großen Erker, deren rhythmische Anordnung sich aus den dahinter liegenden unterschiedlichen Wohnungstypen ergab. |
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| 09 Verwaltungsgebäude Binder Holz | |||||
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Zillertalstraße 39 6263 Fügen Architektur: Josef Lackner (1996) BauherrIn: Binder Holz Weitere sehenswerte Bauwerke auf dem Firmenareal: Erweiterung des Verwaltungsgebäudes (2007) und Biomasse-Heizkraftwerk "FeuerWerk“ (2004) von Helmut Reitter sowie Werkstattgebäude von tatanka (2007) | Das Unternehmen Binder Holz setzt seit Jahren auf architektonische Qualität und hat dabei u. a. mit Josef Lackner zusammengearbeitet, der mehrere Bauwerke für die Firma realisierte. Mit dem markanten, schindelumhüllten Baukörper der Verwaltungszentrale in Fügen setzte Lackner ein visuelles Signal, das auf das Produkt Holz verweist. Auch im Inneren dominiert Holz und prägt die unverwechselbare Raumatmosphäre. |
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| 10 Schichtholzwerk Binder Holz | |||||
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Tiwagstraße 3 6200 Jenbach Architektur: Josef Lackner (1996) BauherrIn: Binder Holz Daneben das Areal der „Jenbacher AG“ mit Bürogebäude und Hallentrakt von Josef Lackner sowie MPREIS und Cantina Jenbach von Helmut Reitter und Michael Pfleger | Mit dem Binder Schichtholzwerk schuf Lackner ein konstruktiv und räumlich spannendes Statement zum Thema Gewerbebau. Zwei Hallen mit jeweils 44 m Breite und über 100 m Länge sind stützenfrei von einem Faltwerk aus Hohlkastenelementen überspannt. Entlang der bootsförmigen, mit dem Kiel nach oben liegenden Elemente, bringen Lichtbänder Tageslicht in die großen Hallen. An den Außenwänden rhythmisiert die diagonale Aussteifung in einer Zickzack-Bewegung die Fassaden. |
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| 11 Dolmetsch-Institut und Mensa der Universität Innsbruck | |||||
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Herzog-Siegmund-Ufer 15 6020 Innsbruck Architektur: Josef Lackner (2000) BauherrIn: UNI Innsbruck öffentlich zugänglich: teilweise Dem im Süden angrenzenden Gebäude verlieh Lackner mit dem aufgesetzten „Kopf“ des Brenner-Archivs (1995-96) eine inhaltlich und formal neue Identität. | Um den Mensabetrieb sowenig wie möglich zu beeinträchtigen und die zur Verfügung stehende Fläche maximal zu nutzen, überbaut Lackner die bestehende Mensa brückenartig. Orange lackierte, verglaste Stahlfachträger überspannen den Altbau, der im Zuge der Aufstockung neu gestaltet wurde. Mit dem abgetreppten Aufbau für Seminarräume, Lesesaal und Bibliothek des Dolmetsch-Instituts verwandelte Lackner das Mensagebäude in einen attraktiven „Balkon der Stadt“. |
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| 12 Kartonagenfabrik Dinkhauser | |||||
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Josef-Dinkhauser-Straße 1-2 6060 Hall / Tirol Architektur: Josef Lackner (1998-2000) BauherrIn: Dinkhauser Kartonagen GmbH Erreichbarkeit: an der Bundesstraße von Innsbruck nach Hall Der Verwaltungstrakt (1995-97) und das Hochlager 2 (2003-05) wurden von Lukas Schumacher geplant. | Für die Firma Dinkhauser Kartonagen realisierte Lackner eines seiner letzten Bauwerke. Auf dem mit dem Unternehmen gewachsenen Betriebsgelände leistet er mit seinem Bauteil einen wichtigen Beitrag zur Restrukturierung. In Verbindung mit einer bestehenden Produktionshalle errichtete er ein neues Hochregallager mit einem 25 m stützenfrei gespanntem Stahlfachwerk. Große Betonfertigteile und dreieckige Verglasungen dominieren die Gestaltung, die in einer kraftvollen Geste die Aufmerksamkeit auf sich zieht. |
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